Wolfgang Ewert


Altes Dorf und neue Menschen [12]

 

 

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FRAU SCHULZ LÄSST NICHT LOCKER
     
 

Frau Schulz liest in der "Freien Erde" von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften. Eine Genossenschaftsbäuerin selbst hat einen Artikel geschrieben. Dort legen sie jetzt auch das Vieh zusammen. Sie arbeiten auch viel, aber sie schaffen gemeinsam mehr als vorher alle einzeln. Die Genossenschaftsbäuerin berichtet von den Plänen in ihrer LPG und von der Freude, mit der alle bei der Arbeit sind. Auch von der Last schreibt sie, die sie und ihr Mann vorher als Einzelbauern zu tragen hatten. Sie ist mit dem Bauern gemeinsam Mitglied der LPG geworden.
"Die macht es richtig", sagt Frau Schulz und hält ihrem Emil die Zeitung hin. "Lies das mal! Ich sage dir, wenn man das richtig macht, ist das eine ordentliche Sache mit der Genossenschaft."
Emil ist sich nicht schlüssig. Er hat eine Wirtschaft aufgebaut, die sich sehen lassen kann. Er will nicht mehr, als ihm die Wirtschaft gibt.
Jeden Tag bombardiert Frau Schulz ihren Mann mit Vorwürfen, dass er nur an sich denke, aber auch das nicht mal genug, denn er selbst könnte es auch leichter haben in der LPG.

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"In anderen Dörfern mag es gut gehen mit der LPG", wendet Emil noch einmal ein, "aber du siehst doch, dass es bei unserer Genossenschaft nicht klappt".
"Dann mach, dass es klappt", fordert die resolute kleine Frau.
Emil gibt seiner Frau nach und füllt einen Aufnahmeantrag aus für die LPG "Fortschritt".
Zusammen mit ihm nahm die Genossenschaft fünf neue Mitglieder auf. Die Bauern aber, die neu aufgenommen werden wollten, hatten vorgeschlagen, auch die genossenschaftliche Viehhaltung einzuführen. "Es soll doch gleich was Richtiges sein", sagten sie, "entweder ganz oder gar nicht. Warum sollen wir uns abends noch einzeln mit dem Vieh plagen?"
In der Vollversammlung, die über die Aufnahme der fünf neuen Mitglieder entschied, beschloss die Genossenschaft, zum Typ III mit gemeinsamer Viehhaltung überzugehen.
Ende 1953 bewirtschafteten schon neunzehn Mitglieder der LPG Altwigshagen vierhundert Hektar Land und nannten 15 Pferde, 139 Schweine, 126 Rinder, 13 Schafe und 797 Hühner Eigentum der Genossenschaft.

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