Wolfgang Ewert


Altes Dorf und neue Menschen [26]

 

 

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3 x 7 = SOZIALISMUS
     
 

Im Dorf unserer Tage geht alles hundertmal so schnell wie im alten Dorf, wo die Bäume rascher wuchsen, als sich in den Lebensgewohnheiten der Menschen etwas änderte. Sagen Sie nicht wieder, das sei übertrieben. Ich kann es beweisen.
Altwigshagen steht – wir sagten es schon – siebenhundert Jahre an seinem Platze, dort, wo das Friedländer Grosse Moor aufhört und der Sandboden beginnt, der bis zur Haffküste reicht. In den vielen Jahrhunderten änderte sich so gut wie nichts daran, dass die arm waren, die arbeiteten, und die reich, die keinen Finger rührten.
Sieben Jahre sind nur ein Hundertstel dieser Zeit, der finsteren Zeit der Vorgeschichte unseres Dorfes. Sieben Jahre waren nach dem Tag vergangen, da die Bauern die Schwelle des Schlosses überschritten hatten, als die Altwigshäger dem, was gerade erst zur Gewohnheit geworden war, den Stempel des Überholten, des Alten aufdrückten. Es genügte nicht mehr, dass der Landarbeiter Bauer war, er tat den zweiten Schritt in der jungen Geschichte seines nun mehr menschlich gewordenen Lebens. Sieben weitere Jahre werden bald vergangen sein, seit sich die ersten Altwigshäger zur Genossenschaft zusammen taten. In diesen sieben Jahren haben sich nicht allein die einzelnen Menschen verändert, das ganze Dorf ist anders geworden.

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Sieben neue Jahre werden vergehen, und an der Stelle zwischen Moor und Sand wird ein Dorf stehen, dessen Menschen über die Sorgen des Jahres 1959 lächeln werden, wie Emil Schulz 1953 darüber lächelte, dass er sieben Jahre früher mit einem Rucksack seinen Hausstand begründet hatte, und wie Berta Blank heute darüber lächelt, dass sie vor sieben Jahren geweint hat, als ihr Mann mit der Genossenschaft anfing.
Die ersten sieben Jahre der neuen Geschichte von Altwigshagen waren für die Neubauern schwerer als die Zeit, in der das vollgenossenschaftliche Dorf entstand. In der ersten Zeit ging es ums Essen, Wohnen und Verdienen, und da war sich jeder selbst der Nächste. Als die Existenz gesichert war, stand die Frage: Wie geht es weiter? Die Gründer der LPG gaben Antwort. Den ersten Sieg errang die Genossenschaft damit, dass sie alle Bauern gewann. Das war der Sieg, der über die Zukunft des Dorfes entschied. Neuen Siegen geht die Genossenschaft jetzt auf den Schlachtfeldern der Produktion entgegen.
Menschen wie Johann Gromzik, Emil Schulz, Ingrid Asmus, Hermann Blank und Hermann Scheel bleiben also nicht auf halbem Weg stehen. Vor ihnen liegt schon das weite Feld, auf dem die nächste Schlacht zu schlagen sein wird.
Drei Abschnitte in der Geschichte eines deutschen Dorfes, das nach diesen dreimal sieben Jahren ein sozialistisches Dorf sein wird. Dreimal sieben Jahre – das ist der Sozialismus in Altwigshagen.

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