Tüchtige Frauen, Bauern und Genossen

Ewald Weiss kam 1922 mit seiner Familie nach Altwigshagen. Im selben Jahr kaufte er ein Haus mit der Mühle am Ziegenberg und 1932 Land zum Bewirtschaften. Er baute einen Stall und eine Scheune. Die Mühle wurde 1935 durch einen Sturm zerstört. Ewald Weiss wurde später in den Gemeinderat gewählt und übergab den Bauernhof 1952 an seinen Sohn Wilhelm. Dieser brachte den Betrieb 1958 in die Lanwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft ein, wo er bis zur Rente gearbeitet hat. Helmut Weiss gründete 1949 eine Klempnerei. Sein Sohn Jürgen führte diese Firma bis 1993.

       

Willi und Emma Höft nutzten die Umschuldung des Gutes 1932, um sich in Altwigshagen eine Existenz zu gründen. 1933 bauten sie Haus und Stall aus und begannen mit ihrer Landwirtschaft. 1959 brachten sie ihre Äcker in die LPG ein. Willi Höft arbeitete in der Baubrigade und später bis zu seiner Rente als Stellmacher. Seine Frau war auf dem Geflügelhof angestellt. Die Tochter Christel führte von 1954 bis 1956 die Poststelle und übernahm mit ihrem Mann Fritz Gläs den Hof der Eltern.

   
       

Das Ehepaar Luise und Albert Mähling hat ab 1927 in Altwigshagen eine Heimat gefunden. Beide arbeiteten bis 1945 auf dem Gut als Tagelöhner. Als Neusiedler bekamen sie nach der Bodenreform ein Grundstück übereignet. 1947 verzichtete Albert Mähling auf dieses Eigentum. Heute lebt bereits die 5. Generation Mählings im Dorf.

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Louis Bartlitz kaufte 1933 zusammen mit Hermann Krüger ein Haus, in dem zwei Jahrzehnte zuvor von Bernhard von Borcke für die Dorfbevölkerung ein Kolonialwarenladen eingerichtet worden war, sowie einige Hektar Land. Die beiden planten für zwei Jahre Landwirtschaft zu betreiben – bis die ersehnte Genehmigung zur Auswanderung nach Kanada eingetroffen wäre. Es kam anders. Krüger starb noch im selben Jahr. Louis Bartlitz blieb Bauer in Altwigshagen. Er fiel später im Zweiten Weltkrieg. Sein Sohn Klaus übernahm den Bauernhof, den er 1958 als Mitglied in die LPG einbrachte. Klaus Bartlitz kam 1975 bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Den Kolonialwarenladen verpachtete Bettina Bartlitz an die Konsumgenossenschaft. Bis 1966 führte August Oestreich die Verkaufsstelle. In den 80er Jahren baute die Familie Bartlitz die ehemaligen Verkaufsräume zu Wohnräume um.

   
       

Paul Foth kaufte von der Deutschen Treuhand 1934 ein Haus aus dem ehemaligen Gutsbesitz mitsamt einigen Hektar Land, um sich in Altwigshagen als Bauer zu etablieren. Jahre nach Kriegsende flüchtete er 1954 in Richtung Bundesrepublik. Den verlassenen Bauernhof übernahm die LPG "Fortschritt" und richtete dort ihr Büro ein. In anderen Räumen wohnten bis 1958 Industiearbeiterinnen. Bis zu dieser Zeit war im Haus auch die Werksküche untergebracht. 1985 verwandelte die Baubrigade der LPG die unteren Räume in eine Gaststätte. Nach der "Wende" 1989 fiel das Grundstück an die Familie Foth zurück. Diese verpachtete die "Bauernstuben". Als letzte Pächterin schloss Yvonne Pretzer im Juni 2000 das Restaurant endgültig.

   
       
 

Auch die Familie Uecker ist 1933 in Altwigshagen sesshaft geworden. Paul Uecker erwarb von der Treuhand Haus, Stall und Land und wirtschaftete bis zum Zweiten Weltkrieg als Bauer. Aus dem Krieg kam er nicht zurück. Sein Sohn Willi übernahm 1946 den Bauernhof. Im Juli 1958 wurde er Mitglied der LPG und arbeitete bis zur Rente in der Produktionsgenossenschaft.

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Die Familie Idler kam 1925 nach Altwigshagen. Frieda Idler heiratete Wilhelm Peters und kaufte 1936 zusammen mit ihrem Mann einen Bauernhof. Peters fiel im Zweiten Weltkrieg. Sohn Karl-Heinz heiratete 1957 und wurde 1959 LPG-Mitglied. 1969 baute er das Haus um.

   
       
 

Für seine Familie erwarb Paul Techlin kurz nach seiner Ankunft in Altwigshagen im Jahre 1933 einen Bauernhof und Land. Auch er ist im Zweiten Weltkrieg getötet worden. Sein Bruder Robert übernahm den Hof 1947. Robert Techlin wurde 1960 Mitglied der LPG "Fortschritt". Nach der "Wende" wurde das Haus umfassend renoviert.

   
       
 

Seit 1927 wohnt die Familie Schröder in Altwigshagen. Heinrich Schröder arbeitete bis 1945 auf dem herrschaftlichen Gut als Stellmacher. Als Neusiedler übernahm er nach der Bodenreform Land und baute 1947 ein Haus. Als LPG-Mitglied hat Schröder ab 1959 bis zu seiner Rente wieder als Stellmacher gearbeitet.

   
       
 

Ewald Beyer übernahm im Juli 1946 von der Kreiskommission eine so genannte Bodenreformwirtschaft. Mit einem staatlichen Baukredit baute er 1948 ein Haus vom Typ "Kernbau", dessen eine Hälfte aus zwei Wohnräumen und einer Küche bestand, die andere Hälfte wurde als Stall genutzt. Sohn Alfred Beyer modernisierte 1963 das Haus und wandelte dabei den Stall in eine Wohnung um.

   
       
 

Arthur Selke kam mit seiner Familie nach Altwigshagen und erhielt von der Familie Uthes deren Bodenreformwirtschaft. Mit Hilfe eines Kredits aus dem staatlichen Bauprogramm errichtete auch er ein Haus vom Typ "Kernbau" und später einen Einzelstall. Tochter Sigrun baute mit ihrer Familie das Haus vollständig um.

   
       
 

In den Jahren 1947 bis 1960 haben sich – soweit bekannt – 21 Familien in Altwigshagen Einfamilienhäuser gebaut. Darunter waren unter anderen auch die von Adolf Donner, Franz Krogel, Emil Schulz und Heinz Notnagel, von denen bisher keine weiteren Informationen gesammelt geworden sind. Mit Unterstützung der LPG "Fortschritt" kamen in der Mitte der 70er Jahre noch weitere elf Familien hinzu.

   

   
Leben in der DDR    

 
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