Die Brennerei von Altwigshagen

Der Kartoffelanbau war in Vorpommern weit verbreitet. Neben der Gärtnerei für die Produktion von Gemüse liess Rittmeister Hugo von Borcke in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch eine Brennerei erbauen. Hier wurde fast hundert Jahre lang die Kartoffelstärke in Alkohol umgewandelt. Als erster Brennmeister wurde ein Mann namens Maas eingestellt. Er wohnte mit seiner Familie in der Brennerei. Der meiste Rohschnaps wurde an Likörfabriken verkauft – vor allem nach Stettin.

Als es mit der Wirtschaftlichkeit des landwirtschaftlichen Teils des Gutsbetriebes abwärts ging, bot die Brennerei eine gewisse ökonomische Stabilität. Um 1930 löste ein Herr Dun den gealterten Brennmeister ab. Doch Dun verschwand schon nach wenigen Jahren. 1935 setzte der Verwalter Karl-Heinz Graentz den 1925 nach Altwigshagen zugezogenen Karl Müller als Brennmeister ein. Der leitete den Betrieb bis 1949.

Destiliert wurde schliesslich alles, was hochprozentigen Sprit hergab. Während des Zweiten Weltkrieges gab es häufig Transportprobleme, weil die geeignten Behältnisse fehlten oder zu wenige Waggons nach Borckenfriede kamen. Die Brennerei produzierte bis 1964. Die total veraltete Einrichtung wurde abgebaut und nach Wesenberg gebracht.

Karl Müller hatte 1955 für sich und seine Familie ein kleines Haus am Waldrand gebaut. Es galt lange Zeit als das kleinste Einfamilienhaus in Altwigshagen. Bis zur Rente arbeitete er in der LPG.


 
     
Zweiter Weltkrieg   

 
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