Gärtner, Jäger und Fischer der Herrschaften

1889 liess der Gutsherr Hugo von Borcke ein Treibhaus bauen. In den folgenden acht Jahren führte ein Mann namens Berg diese Abteilung des Betriebes. Bis 1907 der Obergärtner Wilhelm Schimming nach Altwigshagen kam und die Gärtnerei übernahm. Gleichzeitig füllte Schimming auch die Funktionen des Jägers und des Fischers im Auftrag des Rittergutes aus. Schimming war tüchtig und achtete bei den Arbeitern und Lehrlingen sehr auf die richtigen Pflanzzeiten, sonst könne "aus den Pflanzen kein richtiger Kohlkopf mehr werden". Die Verkäufer transportierten das frische Gemüse in aller Frühe mit der Bahn vom Bahnhof Borckenfriede aus nach Anklam und Greifswald auf den Markt. Kleinere Mengen wie beispielsweise Erdbeeren wurden mit dem "Ziegenbock-Express" nach Borckenfriede kutschiert.

Rittmeister Bernhard von Borcke wusste die Arbeit seines Obergärtners zu schätzen. Er meinte einmal, was die Gärtnerei erwirtschafte, reiche aus, das gesamte Gesinde zu entlohnen. Und auch als Jäger leistete ihm Schimming gute Dienste. Wenn die adlige Familie zur Jagd lud, hatte er viel Arbeit mit deren Vorbereitung. Er überwachte den Wildbestand und sorgte auch als Fischer für gut gefüllte Vorratskammern im Schloss.

Bei Kriegsbeginn 1939 vertauschte Schimming seine beiden Dienstwaffen mit der Wehrmachtsuniform. Bis 1945 übernahm Förster Kuhnert die Aufgabe der Hege- und Pflegearbeit in den Wäldern. Nach Kriegsende kehrte Schimming nach Altwigshagen zurück und siedelte nach der Bodenreform als Neubauer auf eigenem Boden. 1953 trat er der eben gegründeten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft bei. Ein Jahr später ist Wilhelm Schimming gestorben.


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