Aufbau und Jugend auf sozialistisch

 

       

Die Bodenreform brachte schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg Vorteile für die vielen Neubauern. Die ersten Erntefeste nach 1946 wurden in Altwigshagen noch in und vor dem Schloss gefeiert. Erst als die LPG "Fortschritt" 1959 die "Kulturbaracke" gebaut hatte, konnten die festlichen Höhepunkte im Dorfleben der Gemeinde in geeigneteren Räumlichkeiten gefeiert werden. Ein grosser Kultursaal stand der Bevölkerung dann ab 1982 für die verschiedensten Anlässe zur Verfügung.

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Im Mai 1945 hatten die Flüchtlinge die kleine Schule in Altwigshagen voll belegt. Der erste Unterricht wurde in der Gaststätte "Roesers Eck" (heute "Cafe 70") und im Haus der Familie Weiss erteilt. Wer sich musikalisch betätigen wollte, machte mit im Mandolinenzirkel, der von zwei jungen Lehrerinnen und Bürgermeister Walter Dasse geleitet wurde. Bereits im Herbst 1947 wurde die Schulspeisung eingeführt. Mit dem Gesetz über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens in der DDR begann 1959 die Bildungsoffensive mit der Einführung der "zehnklassigen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule". Im Neubau des Schulpavillons konnten 1966 die ersten Abschlussprüfungen durchgeführt werden. Ein Erweiterungsbau war 1970 fertig gestellt. 1975 erhielt das Schulzentrum der Gemeinde den Namen "Walter Ulbricht Oberschule". Die Schulsportgemeinschaft errang zahlreiche Pokale und Preise. 1982 erreichten erstmalig alle Schüler den Abschluss der 10. Klasse. Ein weiterer Anbau mit vier Klassenzimmern konnte 1986 in Betrieb genommen werden. Die Schulküche kochte bis zu 280 Essensportionen

Gleich nach der "Wende" 1990 wurde in Altwigshagen die Oberschule samt Kochbetrieb abgeschafft. Nur noch die Kinder der Klassen 1 bis 4 erhielten Grundschulunterricht in dem grossen modernen Gebäude – bis am 14. Juli 1999 die Schulklingel zum letzten Mal den Unterricht beendete.

 

 



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Schon 1949 wurde im Schloss von Altwigshagen ein Kindergarten eingerichtet. Ein Fräulein Rosenow aus Wietstock leitete die erste Kindergruppe. Später gab es zwei Gruppen mit insgesamt 35 Kindern und drei Erzieherinnen. In den 80er Jahren konnten die Kinder im Schloss über vier Räume verfügen. 1996 musste die Gemeinde die Tageststätte wegen zu hoher Kosten schliessen. Im Rahmen der Arbeitsbeschaffungs-Massnahmen richtete der Landfrauenverband 1993 ein Kinder- und Jugendzentrum ein, in dem an den Nachmittagen und Abenden gespielt und gebastelt werden konnte.

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Am 19. April 1959 fand in Altwigshagen die erste Jugendweihe statt. 1962 gründeten Jugendliche eine Gruppe der "Freien Deutschen Jugend". Die Funktion des FDJ-Sekretärs übernahm Christoph Gellert. Die Jugendlichen trafen sich in der Eingangshalle des alten Schlosses und erhielten als Anerkennung von der Kreisleitung Musikinstrumente übereignet. Sofort bildete sich eine kleine Jugendkapelle, die auf Tanzveranstaltungen und auf vielen Familienfeiern spielte. 1975 liess die Gemeinde für die Jugend des Dorfes ein Klubhaus bauen, das bis 1990 sehr rege genutzt wurde. Nach der Wende wurde das Gebäude veräussert. Der neue Besitzer versuchte, in den Räumen eine Art "Discothek" zu betreiben. Mehrere Pächter gaben auf – bis das Haus am 5. September 1998 vollständig ausbrannte. Die Brandursache wurde nicht geklärt.

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Viele Einwohner Altwigshagens kennen das kleine Büchlein noch, das 1960 mit dem Titel Altes Dorf und neue Menschen im Berliner Kongress-Verlag erschienen war. Wolfgang Ewert beschreibt darin die Gründung und ersten Jahre der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft "Fortschritt". Er erzählt lebendig von den mühsamen Schritten, nach dem schrecklichen Weltkrieg ein sozialistisches Dorf aufzubauen. Dabei kommen viele zum Teil noch heute lebende ehemalige Altwigshagener Genossenschaftsbauern zu Wort.

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Gesellschaftliches Leben in der Gemeinde heute  

 
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